26.02.2003: Grafschafter Nachrichten

Stars der Rock- und Schlagerwelt „wiederbelebt“

Tosender Applaus für die a-cappella-comedy-Gruppe „Cale Copf Company“ im Schüttorfer Theater

Schüttorf. Einen großen Erfolg feierte am Sonntagabend die a-cappella-Gruppe „Cale Copf Company“ im Theater der Obergrafschaft. Mit viel Witz, Satire und Parodie bot das Herrensextett aus Hagen am Teutoburger Wald im ausverkauften Theater der Obergrafschaft zum nunmehr vierten Mal eine musikalische Comedy, die das Publikum mit tosendem Applaus belohnte.
Wie kann es geschehen, dass auf einer kleinen Bühne in einer Kleinstadt Nordwestdeutschlands zu Beginn des 21. Jahrhunderts zum Teil längst verblichene Weltstars der Rock-, Pop- und Schlagerwelt, gleichsam zu neuem Leben erweckt, ihre Songs präsentieren, mit denen sie ganze Generationen geprägt haben? Die „Cale Copf Company“ fand die Antwort, indem sie mit viel Humor die Kultklassiker imitierte und die Talente vieler Jahrzehnte wie Howard Carpendale, Michael Jackson, Frank Sinatra und Zarah Leander auf die Bühne brachte.
Das Herren-Sextett versteht es, sein Publikum auf eine originellen Vokalgesangsshow stundenlang und mit scheinbar unendlichem Atem zu unterhalten. Seit seinem Debüt im Herbst 1993 hat sich das Sextett im Sturm einen festen Platz in der norddeutschen Kulturszene erobert und es gelang ihm, auch diesmal wieder das Publikum mitzureißen. Gewiss war das Programm nicht neu, doch ist um so mehr hervorzuheben, dass der „Cale Copf Company“ wieder ein großer Erfolg beschieden war.
Die Präsentation von insgesamt sechzehn Songs unterschiedlichster „Schlagerhelden“ sowie namhafter Pop- und Rockgruppen wurde nicht einfach aneinandergereiht. Es war eleganter Kunstgriff, dass die Stücke durch einen „Showmaster“ angekündugt wurden, dass die Darsteller miteinander humoristische Dialoge führten und dabei die Welt der Show zu überzeichnen wussten. Auch die Einbeziehung des Publikums suggerierte, dass hier authentische Konzerte gegeben wurden.
Gruppen wie „ABBA“ und „Golden Earring“ brachten die talentierten Animateursolisten ebenso stilecht wie persiflierend auf die Bühne. Auch Stars wie Howard Carpendale, der mit „Hello again“ zur Höchstform auflief, und Michael Jackson, dessen typischer Hüftschwung und Griff in den Schritt unverwechselbar ist, gehören zum Repertoire der „Cale Copf Company“.
Die Solisten imitieren melodietragende und rhythmische Instrumente , indem jedes Mitglied eine unterschiedliche Funktion übernimmt: Percussionsinstrumente, E-Gitarren, Kontrabass, Keyboards und selbst Orffsche Instrumente werden durch wechselvollen Einsatz der Stimmen und unter Ausnutzung eines einfallreichen Repertoires ersetzt.
Kitschklassiker wie Zarah Leanders Schnulze „Kann denn Liebe Sünde sein“, die Michael Wolf mit der charakteristischen und geradezu baritonalen Stimme der Filmschauspielerin und Schlagersängerin interpretierte, oder auch Nico Haags Song „Schmidtchen Schleicher“ (gesungen von Markus Weber) aus den 70’er Jahren lebten wieder auf, wurden aber mit eigenen, zum Teil frechen und bisweilen auch mit gewagtem Text unterlegt. Der „ABBA“ – Song „SOS“ mutierte mit „Hein und seinen Brunsbüttels von der Waterkant“ zum „Super Ostfriesen Soul“, in dem das bäuerliche Leben in der Zeit der „Umstrukturierung Ländlicher Betriebe“ persiflierend thematisiert wurde. Dies zeigt sich etwa darin, dass der Beamte von der Stadtverwaltung dem ostfriesischen Bauern die Lukrativität der Schweinehaltung folgendermaßen verständlich zu machen versucht: “Eine Kuh macht Muh, zwei Kühe machen Mühe, aber Schweine bringen Scheine.“
Freche Sketche und gegenseitige Sticheleien beleben die Szenerie und verrieten die heitere Selbstironie der Akteure. Die zweifellos herausragenden gesanglichen Qualitäten, die Originalität der Darbietungsweise und die besonderen Fähigkeiten, alte Schlager sowie tausendfach gehörte Pop- und Rockklassiker authentisch auf die Bühne zu bringen, dabei aber in ihrem Aussagegehalt zu parodieren und den Habitus der imitierten Stars zu karikieren:
Das war es, was das Publikum im Theater der Obergrafschaft zu Begeisterungsstürmen veranlasst hat.

Dr. phil. Friedgar Löbker
Grafschafter Nachrichten
26. Februar 2003

03.02.2003: Westfälische Nachrichten

Ein bisschen Tee on line

Cale Copf Company begeisterte mit dem „Grand Prix“ im Ballenlager

Greven: Die Cale Copf Company in Greven – dies war am Freitagabend einmal mehr Garant für ein ausverkauftes Ballenlager. Die Kulturinitiative kann mit diesem Ergebnis zufrieden sein. Sie hat mit diesem Ensemble den vielen Zuhörern eine große Freude gemacht, einen Abend geboten, der entführte in eine ganz spezielle Musikwelt.
CCC, wer kennt sie nicht, füllen sie seit den zehn Jahren ihres Bestehens mittlerweile Hallen, die viel größer sind als das Ballenlager. Und doch ist ihr Erfolgsrezept so einfach wie prägnant. Sie machen eben sehr gute Musik, entwickelten sich über die Jahre weg vom Klischee der Frack- und Zylinder Gruppen. Sie haben einen eigenen Weg gefunden, einen eigenen Stil und Charakter entwickelt. Aber bei all ihrem Erfolg sind sie sich selber treu geblieben, besitzen die gewisse Dynamik und Ausstrahlung, mit der sie die Herzen ansprechen. Als nette Jungs von nebenan zeigten sie sich nicht als „distanzierte Stars“, sondern schufen sofort den Kontakt zum Publikum, bezogen es ins Programm ein.
Und dieses Programm ist einzigartig. Thema war diesmal die Verleihung des goldenen Mikrophons auf silberner Sperrholzplatte mit eingelegter CD im Lorbeerkranz.
Ein Grand Prix der Extraklasse, bei dem Songs erklangen, die als Welterfolge jedem bekannt sind. Aber in dieser dargebotenen Form hört man sie eben selten. Die sechs Mitglieder der CCC sind in ihrer Hemdsärmeligkeit und Spontaneität ganz individuell, eben verschieden Typen. Und so prägen sie auch die Interpretation der einzelnen Songs.
Musikalisch perfekt fingen sie die prägnanten Eigenarten aus vielen Jahrzehnten Unterhaltungsmusik ein.
Die Rahmenhandlung war die Übertragung der Eurovisionssendung, mit zugeschalteten Werbepausen vom „Sail away“ von „Secks Bier“ mit jeweils gesteigerter Wirkung , den Fruchtzwergen von Kanone, dem Jawoll Waschmittel, dem „Drei Wetter Saft“, Ende 23 Zigaretten oder „Tee on line“.
Diese Spots wurden in kabarettistischer Formpräsentiert, wobei die Kostümierung in ihrer Überzogenheit durchaus passte.
Musikalisch brauchen die CCC den Vergleich mit den professionellen Ensembles von Sechszylinder, Voice Maile, Intermezzo und anderen nicht zu scheuen. Beim ersten Lied, „Tanze mit mir in den Morgen“ wurde die gute Gesangstechnik und reine Intonation sofort deutlich.
Perfekte Gesangstechnik als Mittel zur Gestaltung, verbunden mit einer starken Bühnenpräsenz ergaben eine beeindruckende Bühnenshow. Supertrampel startete für Australien, Styx für Japan. International und zeitüberbrückend war diese Show, in der Zarah Leander und Roy Black reanimiert wurden, wo Balalaikaklänge ins Land der weißen Birke von Ivan Rebroff entführten und man gemeinsam mit Frank Sinatra durch New York spazierte. Die selbst geschriebenen Arrangements passten unglaublich gut, führten die stimmlichen Qualitäten der einzelnen Sänger zu einem gelungenen Ensembleklang. Unvergessen wird Michael Wolf in der Rolle von Howard Carpendale bleiben und Markus Weber als Schmidtchen Schleicher. Zusammen mit Ulli Pommer, Reinhard Witte, Alfons Sieckmann und Andreas Strotmann sind die Sänger, ist die Cale Copf Company der wohl erfolgreichste musikalische Exportschlager des Osnabrücker Landes. Im Ballenlager haben die sechs begeistert bis zum Abschied mit mehreren Zugaben vor einem enthusiastisch mitgehenden Publikum

Axel Engels
Westfälische Nachrichten
03.02.2003

 

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