20.06.2005: Die Glocke

Grand Prix mit sechs Stimmen ein Hit

Cale Copf Company im Reethus

Pressemitteilung: Die Glocke 20.6.05
Rheda-Wiedenbrück (mac)

Wer braucht schon ein riesiges Orchester, wenn er sechs brillante Stimmen hat? Die A-capella-Gruppe „Cale Copf Company“ nutzte die Stimme am Samstag nicht nur zum Singen. Die „Cale Cöpfe“ verwandelten sie im Reethus auch in Schlagzeuge, Bassgitarren oder Piccoloflöten – und das ganz ohne Hilfsmittel. Die Gruppe nahm die Zuschauer mit zu einem Schlager Grand Prix der besonderen Art. Weltstars von Rang und Namen gaben sich ein Stelldichein. Mit ihren Welthits wetteiferten sie um den einen ultimativen Preis: das goldene Schlagermikrofon auf silberner Sperrholzplatte. Ob Boyband, alternder Schlagerstar oder verruchter Vamp, die Sänger wechselten ihre Gesichter zur Freude des Publikums so schnell wie ein Chamäleon seine Farbe. Von Zarah Leander über Frank Sinatra und Supertramp hatte die covernde Combo alles in ihrem stimmlichen Repertoire. Recht eigenwillig und nie ganz ernst gemeint war dabei oft die Interpretation der großen Ohrwürmer der Musikgeschichte. Die „Cale Cöpfe“ spielten mit dem Klischee von der schwulen Boyband oder des sich schmierig-anbiedernden Schlagerstars. Als etwa Frauenheld Howard Carpendale goldkettchenbehangen die Bühne betrat, gab es beim Publikum kein Halten mehr. „Hello again“ wisperte die A-capella-Truppe ins Mikrofon und traf dabei Howies Tonfall wie der Star höchstpersönlich. Ein wenig Nachhilfe geben mussten sie indes, damit sich das Publikum – zumindest rein optisch – die Backstreet Boys auf die Bühne vorstellen konnte: “Nehmen Sie einfach mal an, wir wären 20 Jahre jünger“ Um eigenwillige Variationen weltbekannter Hits waren die Sänger nie verlegen. Aus dem Welthit S.O.S. von Abba etwa wurde kurzerhand der „Super Ostfriesen Soul“ der imaginären Gruppe „Hein und seine Brunsbüddels“. Unbestrittener Höhepunkt des Abends war aber wohl der Auftritt von Roy Black. Reanimiert und ein wenig in die Breite gegangen, juchzte und schluchzte sich Roy „ganz in Weiß“ durch seinen gleichnamigen Hit. Seine Braut – „völlig freiwillig“ aus dem Publikum gezerrt – wartete schon mit Plastikblumenstrauß auf der Bühne und harrte mit Schrecken der Dinge, die da kamen. Diese waren für die Zuschauer mehr als nur amüsant. Die „Cale Copf Company“ animierte die Zuschauer mit einem grandiosen Stimmumfang und einer witzigen Show zum „klatschen, stampfen, Stühle werfen“. Zwar blieben die Stühle stehen, die Begeisterungsstürme aber wollten selbst nach drei Zugaben nicht abebben.

06.06.2005: Westfalenblatt

Schnulzen, Schlager und jede Menge Gags

Pressemitteilung: Westfalenblatt 6. Juni 2005

Die Cale Copf Company bring die Aula der Hauptschule an zwei Abenden zum Kochen.
Versmold: (aep)

Gut’n Tach, sagte die Cale Copf Company sowohl am Freitag- als auch am Samstagabend mit ihrem neuen Programm in der ausverkauften Hauptschulaula. In der alten Besetzung und mit dem gleichen Elan wie vor einem halben Jahr waren die sechs Sänger wieder in Versmold zu Gast und gaben ihren Mix aus a capella-Musik und Comedy zum Besten. „Wir singen in Versmold prinzipiell immer für den Kindergarten“, verriet Bariton Ulli Pommer augenzwinkernd. Wie auch bei den letzten Shows geht ein Teil des Erlöses an den AWO-Kindergarten. Dieses Mal soll damit der Spielplatz verbessert werden. „Ist das nicht toll Bude ist voll“, stellten die Cale Cöpfe gleich in ihrem ersten Song fest. Neben „Schnulzen und Schlagern und so…“ lieferten die sechs Künstler auch zum Schreien komische Gags, die den Zuhörern schnell die Lachtränen in die Augen trieben. Eine riesige Kiste ihrer Fanpost hatten sie mitgebracht. Immerhin waren es schon sechs Briefe in der 13 – jährigen Geschichte des Vokalensembles. Grund genug, auf die Wünsche dieser (fiktiven) Fans besonders einzugehen. Aber die Cale Copf Company wäre nicht die Cale Copf Company, wenn sie einfach so einen Song von Udo Jürgens interpretieren würde. Ein Medley der bekanntesten Songs der Schlagergröße erklang mit neuen Texten. “Mit 66 Euro“ oder auch “ich mag keine Sahne“ waren nur einige der Neuschöpfungen. Besonders schön war die tragisch-komische Ballade „Ich war noch niemals bei McDoof“. Darin beschwert sich ein genervter Ehemann über seine Frau, die es mit ihrer Liebe zu Ökoprodukten zu weit treibt. Er wollte endlich den Dinkelgriesschnittchen entkommen und einmal Fastfood essen. Aber auch andere Alltagsprobleme fanden Gehör in der Show. Schwingende Haarpracht, weitere Eheprobleme, Schönheitsoperationen in Melle oder Aggressionsbewältigung an deutschen Bahnhöfen wurde thematisiert und mit viel Humor sowie einer großen Portion Selbstironie musikalisch umgesetzt. Durch die Forderung eines anderen Fanbriefes kam es zu einem weiteren Highlight. „Dirty Harry“ – oder auch Dancing – wurde auf die Bühne gebracht. „Time of my life“ sangen die Cale Cöpfe, natürlich mit verändertem Text, während „Pattrick Schweißie“ alias Ulli Pommer mit seiner geliebten Marianne, Tenor Ali Sieckmann, über die Bühne schwebte, beziehungsweise polterte. Der kurze Rock durfte dabei natürlich nicht fehlen und zeigte Sieckmanns behaarte Männerbeine, vom Tüllröckchen sanft umspielt.
Ganz zum Schluss löste ein weiterer Gaststar wahre Begeisterungsstürme aus. Michael Wolf schlüpfte in die Rolle Howard Carpendales. „Ohne Howie geht es ja auch nicht!“ , stellten die eingefleischten Fans der Gruppe nach der Show klar. Und so stand in Versmold diesmal ein Howie auf der Bühne, der „auch mal weinen kann“. Das Publikum konnte sich auch darauf einstellen und warf Kuscheltiere. Die Tränen flossen, sowohl auf der Bühne als auch im Publikum. Ob vor Lachen oder Ergriffenheit, sei einmal dahingestellt.
Fast drei Stunden füllten die Sänger mit ihrem Klamauk der Extraklasse. Dafür dankte ihnen das Versmolder Publikum mit Standing Ovations.

 

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