30.01.2006: Neue Osnabrücker Zeitung

Gastspiel eines pfiffigen Sextetts ohne Starallüre

Hilter (sp)
In Borgloh mag man die “Cale Copf Company”. Das bewies am Samstag die voll besetzte Sporthalle beim Konzert der A-cappella-Gruppe aus Hagen. Das Konzert war ein riesiger Spaß für junge und alte Fans der Sänger mit dem Schalk im Nacken.

Schon zum achten Mal machte das Sextett, das im gesamten Landkreis Osnabrück, aber auch im Emsland und auch im Ruhrgebiet locker große Hallen füllt, Station in Borgloh – auf Einladung des TuS Borgloh und diesmal vor rund 650 Zuschauern. “Die Borgloher sind ein tolles Publikum”, erklärt Sänger Markus Weber, “die haben gerne Spaß und machen voll mit.” Und genau das will die “Cale Copf Company” mit ihrem Programm “Gut’n Tach” erreichen, mit dem sie seit April vergangenes Jahres auf Tour ist.
Wer glaubt, dass angesichts des Namens lauter Kahlköpfige auf der Bühne stehen, der irrt. “Cale Copf kommt von Kehlkopf”, so Weber lachend, “nicht weil das die richtige Übersetzung ist, sondern nur weil es sich so ähnlich anhört.” Als sich die humorvollen Sänger 1991 erstmals zusammenfanden, waren sich alle einig: Das Singen soll Hobby sein. “Wir waren ja alle schon um die 30 Jahre alt”, stellt “Cale-Copf”-Mitglied Ulli Pommer klar, “da hat man keine Superstar-Ambitionen mehr.” Dabei mangelte es seit dem ersten Konzert im Jahr 1993 nicht an Angeboten, die Musik zum Beruf zu machen – aber davon wollen die Hagener nichts wissen. Ein- bis zweimal die Woche wird geprobt sowie an den Arrangements und Texten gefeilt. Ansonsten gehen sie ganz soliden Berufen nach als Gärtnereibesitzer, Chef eines Textil- und Bettenhauses, EDV-Experte, Lehrer, Altenheimleiter und Lagerchef einer Landmaschinenfabrik. Wenn es um ihr Hobby geht, dann geht es den “Cale Copf Company”-Mitgliedern in erster Linie um den Spaß, den sie selbst bei ihren Auftritten haben und den sie auch dem Publikum bereiten.

Typisch für die Gruppe ist, dass sie nur Auftritte annehmen, bei denen sie danach noch nach Hause fahren können. “Wir haben einfach keine Lust, in Hotels zu übernachten”, so Pommer, “deshalb bleiben wir immer im Umkreis von 150 Kilometern. Da geht’s dann nach den Auftritten gleich wieder zurück zur Familie und ins eigene Bett.”

Bei rund 40 Konzerten pro Jahr ist das eine ziemliche Tortur, wenn man nebenher noch voll berufstätig ist. Aber ihre treuen Fans, die der “Cale Copf Company” überallhin nachreisen, machen das wieder wett. Obwohl die Gruppe voraussichtlich noch bis 2007 mit dem derzeitigen Programm unterwegs sein wird, kann man sich dieses auch öfter anhören und -sehen. Die Sänger spulen nicht einfach nur das Programm herunter. Weber: “Jedes Publikum reagiert anders, deshalb ist auch jeder Auftritt anders, denn wir gehen auf unser Publikum ein.” Das sind dann, wie am Samstag in Borgloh, oftmals die besten Gags. Wo die “Cale Copf Company” das nächste Malihre witzige Show präsentieren werden, erfährt man im Internet: www.calecopf.de.

 

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