Von Raphael Bonitz:
LINGEN – „Guten Tach! Guten Tach!“ … sechs Herren im besten Alter laufen munter die Gänge des Theaters runter, machen „shake hands“ nach links und nach rechts, entern die Bühne und fangen an zu singen.
Die Cale Copf Company war wieder in Lingen zu Gast und brachte es spielend auf volle Häuser. Da ist die
Frage erlaubt, was diesen unglaublichen Erfolg der Truppe aus dem Osnabrücker Land ausmacht.
Und da muss wohl vor allem diese unbändige Freude am Unfugmachen benannt werden, denn das Programm der Company ist eine durchdachte und gesunde Mischung aus Comedy , schräger Choreographie, witziger
Show und guten, handgemachten a-capella-Gesang.
Bei Letzterem verlässt man sich auf große und kleine Hits von Sternchen und Stars. Diese gießt die Company
in passende und von der Harmonik her gut gemachte Arrangements.
Dabei kennen die Herren keine Gnade … Elton John muss ebenfalls herhalten, wie Andrew Lloyd Webber,
liebevoll vorgestellt als Andreas Kleinwagen-Weber. Das Musical-Potpourri war sicherlich das
anspruchvollste des Abends. Aber auch Stars wie Mr. Howard Carpendale oder Joopie Heesters wurden
gehörig durch den Kakao gezogen.
Dabei gibt es neben allen Klamauk auch wirklich Atemberaubendes zu entdecken. Vier Basketbälle können
tatsächlich ohne weiteres ein komplettes Schlagzeug ersetzen. Und natürlich kam auch das Publikum nicht
ungeschoren davon, hatte es doch eine gemeinsame Nummer mit den „Cöpfen“ zu absolvieren. So wurde
„Locomotive Breath“ von Jethro Tull zu einem echten Knaller des Programms inklusive der atemberaubenden
„Flötensoli“ von Ian Anderson. Als running gag und somit verbindendes Element zwischen den einzelnen Nummern lasen die Mitglieder aus „Fanpost“ vor; was immer in witzigen Szenen ausartete, wie z.B. das
schon fast frivole „Dirty Dancing“.
Die Cale Copf Company hat einfach Spaß an dem, was sie da macht. Dadurch macht sie es gut, und das spürt auch das Publikum, nicht umsonst hat sie in den 14 Jahren ihres Bestehens eine solch große Fangemeinde
um sich geschart.
Eine atemberaubende Zugabe beendete das fast dreistündige Programm. Dass es Standing Ovations gab,
war doch klar oder?
Eine Pommesbudenschönheit trifft Patrick Schweißy, und “Hau-ab-Howie” Carpendale bringt seinen Chor zum Schluchzen.
Ja, das Publikum der Cale Copf Company hat gut lachen, bekommt aber auch ein bisschen sein Fett weg.
In der Wallenhorster Sporthalle bejubelten 1700 Besucher an zwei Tagen die Gastspiele “Gut’n Tach” der musikalischen Comedians.
Schon zu Beginn vertieften Alfons Sieckmann, Andreas Strotmann-Ruhe, Uli Pommer, Michael Wolf, Jörg Hilpert und Markus Weber die Lachfalten der Fans mit dem “Pottpüree von Eton John”. Aber nicht nur die Stars nahmen sich die Lästermäuler vor. Mit fülligen Frauen gingen die Herren ebenso wenig zimperlich um im Song “Dich zu schieben” von Roland Heiser. Verschmitzte Blicke ließen erkennen, wie bierernst es den Sängern dabei war.
Schier aus dem Häuschen gerieten die Zuhörer, als die dralle Pommesbudenschönheit Marianne (Alfons Sieckmann) mit einem kettenbehängten Macho Patrick Schweißy (Uli Pommer als Patrick Swayze) zu Melodien aus “Dirty Harry” (Dancing) über die Bühne schwoften.
“Wir erarbeiten uns alles nebenberuflich”, betonte Uli Pommer und räumte schmunzelnd ein: “Vielleicht sind wir ja alle ein bisschen verrückt.” Hat er damit das Geheimnis des 14-jährigen Erfolges preisgegeben? Sechs Männer pflegen das Hobby Gesang mit ausgeprägtem Spaß daran, sich und die Glamourwelt der Popgrößen ironisch auf die Schippe zu nehmen. Ihr Rezept: CCC-Texte zu Ohrwürmern schreiben und diese dann mit entsprechender Mimik und Pantomime verfeinern.
Der rote Programmfaden ist diesmal CCC-Fanpost: Sechs Briefe in 14 Jahren dienen unter anderem als Aufhänger auch für ein Udo-Jürgens-Medley mit bekannten Melodien und spitzfindigen Zeilen aus eigener Textwerkstatt. Beispiel: “Ich war noch niemals bei McDoof”, klagt ein müsligeplagter Ehemann über die kulinarischen Ökofesseln seiner Frau.
Amüsanter Slapstick und feinsinniger Klamauk rundeten die Show ebenso ab wie eine einfühlsam arrangierte 15-minütige Hommage an die Bee-Gee-Brüder Maurice, Robin und Barry – allerdings nicht ohne das gesangliche zarte Meckern Robins grotesk zu inszenieren. Das Publikum johlte und steigerte seinen Jubel, als wenig später ein abgehalfterter “Hau-ab-Howie” die Kollegen zur Heulorgie animierte.
Klar, das Publikum trotzte den sechs einige Zugaben ab. Jedoch machten sie den Fans in “Gute Nacht, Freunde” klar, dass sie nach fast drei Stunden Bühnenbelebung gehen müssen. Diesem Drängen gaben die Zuhörer nach. Die Company verließ die Bühne in der Gewissheit, dass ein weiteres Engagement nach Wallenhorst folgen wird.
Adamsapfel zum Auftakt
Station machten die sechs Mitglieder der „Cale Copf Company“ am vergangene Wochenende in Lüdinghausen. Vor begeistertem Publikum präsentierten sie wie immer a-cappella ihr neues Programm „Ach die schon wieder“ und ließen in der Aula der Realschule puren Hörgenuss erklingen. Die in Lüdinghausen mittlerweile stadtbekannte heimische a-cappella-Gruppe „Adamsapfel“ eröffnete den musikalischen Abend und präsentierte sich dem Publikum von ihrer besten Seite. Nach „love is all around“ von „Wet Wet Wet“ gaben sie gefühlvoll „Bilder von Dir“ von Laith al Dean zum Besten, um zum Schluss ganz im Sinne Herbert Grönemeyers doch noch zu beweisen, dass sie „echte“ Männer sind. Männer im Urwald – so startete die Cale Copf Company, die seit mittlerweile 13 Jahren besteht, ihr buntes Programm. Mit viel Witz, Energie und Gefühl nahmen sie das Publikum mit auf die Reise durch die Geschichte bekannter Rock- und Popsongs sowie Schlager. Von der ZDF Hitparade über Michael Jackson und Queen bis hin zu Take That – die Cale Copf Company bewies durch hohe gesangliche Qualität, dass sie sich in jeder Musikrichtung zu Hause fühlt. Dabei strapazierten sie die Lachmuskeln ihrer Zuhörer nicht nur durch komödiantische Einlagen, sondern auch mit einfallsreichen Kostümierungen und Ausflügen in die Reihen der Zuschauer. Rhythmisches Gefühl musste das Publikum unter Beweis stellen, denn die Cale Cöpfe forderten es immer wieder zum Mitschnipsen, -klatschen und – summen auf. „Gute Stimmung in die Hütte bringen“, so lautete das Ziel der Sänger, die ihre Shows nebenberuflich auf die Beine stellen. Dass ihnen dies in Lüdinghausen wieder einmal gelang, zeigten die stehenden Ovationen und der tosende Beifall des Publikums. Erst nach drei Zugaben verabschiedete sich die Company.
© 2010 Cale Copf Company – Anmelden