31.05.2010: Westfälische Nachrichten

Eine Show der Superlative

VON ALINA ECKEY

Ladbergen – „Jetzt ist klar! Ich verticke mein Klavier und mache a capella!“.Für diese Entscheidung von Ali Sieckmann waren ihm die Zuschauer mehr als dankbar, denn die „Cale Copf Company“ bot eine fulminante Show der Superlative. Anlässlich der Ladberger Kultur- und Veranstaltungswoche hieß es am Samstagabend „Feierabend“. Die Veranstalter, die Gemeinde Ladbergen und die Marketinginitiative Ladbergen „Nu män tou“ hatten mit der „Cale Copf Company“ das passende Abendprogramm erstellt und damit für ein ausverkauftes Haus gesorgt. „Feierabend“ – so hieß auch das Programm der CCC, die nach 19 Jahren ihre Abschiedstour geben. Es gab einen Querschnitt durch alle erdenklichen Themen. Da wurde einfach Klaus Lages „1000 Mal berührt“ umgetextet in „1000 Mal gesinkt“, womit das Sextett unmögliche Konstruktionen der deutschen Sprache aufs Korn nahm. Oder das bekannte „Völlig losgelöst“ von Major Tom verwandelte sich in den Händen der CCC zu einem peppigen Lied über die Politik unserer Zeit. Aber auch die Größen der Musikszene waren vertreten. So trat neben Klaus Lage

auch Udo Lindenberg auf. Dazu gab es Songs wie Falcos „Der Kommissar“ oder „Smoke on the water“. Die Herzen der Frauen schmelzen ließ Robbie Williams „She´s the one“und „Feel“ und im Kinderwagen angerollt kam ein Baby, dass Heintjes „Mama“ zum Besten gab. Einen Rückblick auf das Fußballfieber beim Finale der Fußballeuropameisterschaft gab es ebenso wie ein Gedicht, dass an die „Kindheit“ erinnerte und bei dem den Darstellern warm ums Herz vor Wehmut und den Gästen warm vor Lachen wurde. Das Thema „Liebe“ fand seinen Platz ebenso wie die Faszination „Krimi“, zu dem die sechs Herren die Melodien der James Bond-Filme sangen.

Den Höhepunkt bildete ein abschließender Rapp über die Geschichte

der „Cale Copf Company“, der noch mal einen Überblick über die verschiedenen Stationen der Truppe gab. Die „Cale Copf Company“ war unumstritten das Highlight der Kulturwoche in Ladbergen und es ist sehr schade, dass sich dieses Sextett der Extraklasse nach 19 Jahren zurückzieht. Am 28. Mai 2011 tritt es dann ein letztes Mal in der Osnabrücker Stadthalle auf und will gemeinsam mit ihren Fans ihre große Abschiedsparty geben.

„Schluss, Aus, Vorbei, Feierabend – die CCC hört auf“- man wird sie vermissen

die sechs Herren und ihr Programm. In Ladbergen werden sie aber in den Herzen der Besucher weiterleben. Das ist nach dem vergangenen Samstagabend garantiert.

09.03.2010: Meppener Tagespost

Eine Erfolgsgeschichte geht zu Ende

Gerd Mecklenborg
Meppen:
Irgendwann geht alles einmal zu Ende. Auch die Erfolgsstory von sechs begnadeten A-cappella-Sängern. Was sein muss, muss sein. Auf dem Höhepunkt ihres Könnens treten sie nunmehr von der Bühne ab und verabschiedeten sich auch in Meppen von ihrer großen Fangemeinde sehr, sehr stilvoll. 

Am Ende des Konzertes der Cale Copf Company im Meppener Windthorst-Theater, als die CCC-Protagonisten singend und langsam durch die Zuschauerreihen schreitend das Theater verließen, schwang dann im tosenden Applaus auch viel Wehmut mit.

Den lang anhaltenden Beifall hatten sich Ali Sieckmann, Andreas Strotmann-Ruhe, Jörg Hilpert, Markus Weber, Michael Wolf und Ulli Pommer redlich verdient. Honoriert wurde ein Konzertabend mit A-cappella-Gesang vom Allerfeinsten. Es erübrigt sich an dieser Stelle, das gesangliche Können und die Professionalität dieser Ausnahmekünstler zu beschreiben oder gar zu bewerten. Wurde alles schon tausendmal gemacht und tausendmal gerühmt.

In Meppen sinnierten die „Cöpfe“ musikalisch darüber, wie sie wohl ihren verdienten Feierband sinnvoll gestalten könnten. Und das bei uneingeschränkter Ignoranz von Arthritis oder Prost ata. Ja, den Sarkasmus, den lieben sie und zelebrierten ihn natürlich auch in Meppen. Fast bis zur Unverschämtheit. Aber das kam an, besonders beim weiblichen Teil im Auditorium, während sich viele männliche Geschlechtsgenossen ertappt fühlten und sich wiedererkannten. „Ja, Kollege, so is das nun mal, gelle?“ Musikalisch gaben die „älteren Jungs“ dann einen Querschnitt der gesamten Musikszene zum Besten. Immer virtuos, immer galant und trotzdem rotzfrech.

A cappella? Da durfte natürlich auch der kleine grüne Kaktus nicht fehlen. Nur, was war denn das für eine Melodie? Das Meppener Publikum riet falsch. Entsetzen bei den Cöpfen auf der Bühne: „Nein, nein… die von ‚Großer Gott, wir loben dich‘ war es nicht!“ Typisch Emsland. Dann wurde das CCC-Programm runterzelebriert. Ein „Best of“-Festival. Das darf, das muss sein zum Abschied. Und immer das Thema Feierabend oder „Revue passieren“. Bestes Beispiel: Aus Klaus Lages „1000-mal berührt“ wurde „1000-mal gesingt, manchmal hat es nicht geklingt“. Aber in Meppen hat es gut „geklingt“. Bis zum melancholischen Abschied. Auf der Bühne wurde die Company vorher bereits von illustren Gästen verabschiedet. Als da waren Udo Lindenberg, Deep Purple, Heintje aus Holland und natürlich – unvermeidlich – Howie Carpendale. Der kam natürlich erst bei der Zugabe auf die Bühne und wollte gar nicht mehr runter. Und dann folgte der Schlussakkord.

08.03.2010: Westfälische Nachrichten

Humorvoller musikalischer Abschied

VON MERETE ELIAS 

Telgte – „Ein letztes Mal haben wir euch was zusammengestellt und hoffen einfach, dass euch dieser Quatsch gefällt“: Schon im Begrüßungslied der Cale Copf Company war der Charakter des Abends zu erkennen. Im ausverkauften Bürgerhaus begeisterte das Sextett sein Publikum mit humorvollen Texten, fantasievollen Kostümen und Comedy-Einlagen.
„Feierabend“ heißt das Programm, mit dem die Gruppe derzeit unterwegs ist, und wie der Name schon sagt, soll es die Abschiedstournee der A-Cappella-Gruppe sein. Grund genug für Ali Sieckmann, Andreas Strotmann-Ruhe, Jörg Hilpert, Markus Weber, Michael Wolf und Ulli Pommer, auf der Bühne noch einmal alles zu geben. Dennoch wurde der Abend keine sentimentale Rückschau mit dem „Best of“ der Bandgeschichte. Die Cale Copf Company packte neue Texte zu bekannten Melodien, die beispielsweise den aktuellen Wetterfrust behandelten oder das WM-Fieber von 2006 zu „Aint no sunshine“ noch einmal aufleben ließen.

Auch der „Kleine grüne Kaktus“ durfte nicht fehlen, wenn auch in modernisierter Fassung. Beim Medley aus 80er-Jahre-Melodien wurde „1000 Mal berührt“ zur einsichtigen Selbstreflexion: „Tausend Mal gesingt – manchmal hat es nicht geklingt“, intonierten die sechs Männer, unterstützt von „Gastauftritten“ von Udo Lindenberg und Klaus Lage, die unverkennbar waren. Besonders diese komödiantischen Einlagen und dazwischengeschobenen Anekdoten begeisterten das Publikum: So konnte es kaum an sich halten, als Heintjes „Mama“ aus einem überdimensionalen Kinderwagen erklang, den eine strickende Holländerin auf die Bühne schob. Mindestens genauso liebevoll ausgestattet waren die 70er-Jahre-Rocker, die auf aufblasbaren Luftgitarren „Smoke on the water“ spielten und dazu die Perücken schüttelten.

 

Auch die Flirttipps für junge Männer in der Badeanstalt brachten den Saal zum Kochen, was die „Köpfe“ gleich zum nächsten musikalischen Thema überleitete: Auch die Liebe durfte, in leicht satirischer Manier, nicht fehlen, ebensowenig wie Howard „Howie“ Carpendale, „der zu uns gehört wie die Butter aufs Brot“, so die Sänger.

Aktueller wurde es mit Robbie Williams: Die Interpretation seines Hits „Shes the one“ führte zum Gänsehauteffekt.

Wie sehr sie ihr Publikum mitreißen kann, zeigte die Cale Copf Company beim Stück, das die Bandgeschichte erzählte – und zwar als Rap-Musikstück: Da wurde das Bürgerhaus zur Hip-Hop-Halle, denn alle Zuschauer machten fleißig die typische Armbewegung mit – während die Männer auf der Bühne die Anfänge ihrer Gruppe vor 19 Jahren Revue passieren ließen, natürlich in völlig überdimensionierten Rapper-Klamotten. Mehr als zweieinhalb Stunden lang hatte das Ensemble sein Publikum fest im Griff, nicht zuletzt dank der sehr guten Stimmleistung der Mitglieder.

Am Ende des sehr unterhaltsamen Abends gab es langanhaltenden, begeisterten Applaus für die Cale Copf Company, die in einem Song bereits zugegeben hatte: „Dass Feierabend ist, das lässt uns nicht kalt.“ Damit sprachen sie auch den Zuschauern aus der Seele.

 

26.02.2010: Lingener Tagespost

Viel Lob für die Cale Copf Company
Abschied für immer? 

Lingener Tagespost 26.02.2010

von Raphael Bonitz

 

Lingen.  Sie sind so gut wie nie zuvor – das soll es jetzt gewesen sein? Am Ende des Konzertes schwang bei den Künstlern oben auf der Bühne und ihrem Publikum, welches sich mit Ovationen bedankte, wohl auch Wehmut mit. Die Cale Copf Company verabschiedete sich mit dem Programm „Feierabend“ von seinen Lingener Fans – das war wohl der definitiv letzte Auftritt der 6 Jungs aus dem Osnabrücker Land im Lingener Theater, oder?

Die „Köpfe“, das ist a-capella-Gesang vom Feinsten, 120 Minuten Humor und bedingungsloser Spaß am Blödsinn. Dabei hat der Erfolg dieser Truppe, welche schon vor zum Beispiel den „Wise Guys“ oder „La le Lu“, dem Begriff „a-capella-comedy“ Gesicht und eine Stimme gab, eine ganze Reihe von Gründen, die kaleidoskopartig noch einmal ausgebreitet wurden. Sie packen neue, teils sarkastisch satirische Texte in große Hits. Toll, wenn sie „Headbangend“ mit Gummigitarren bei „Smoke on the water“ den Rocker rauslassen oder  ein überdimensionierter Kinderwagen mit einem „Mama plärrenden“ Kind auf die Bühne rollt. Der „Caprifischer“ kommt selbstredend mit der „MS Feierabend“ auf die Bühne gefahren und weist mit dem überlangen Pömpel auf die „Sterne am Firmament“, und mit einer umwerfenden Rapnummer wird die Geschichte der „Köpfe“ erzählt. Ständig spürbar, die Liebe zum Detail. Das setzt sich fort in den kleinen Spielszenen und Geschichten, welche das Programm auflockern, wie der Besuch des „Public Viewing“ (er spricht es tatsächlich so aus, wie es geschrieben wird) zum EM-Endspiel nach Berlin inklusive der Bahnfahrt mit Hooligans. Es ist ebenso der Spaß am Verkleiden und der Imitation. So gibt es selbstredend auch an diesen letzten Abenden „Gastauftritte“ von Udo Lindenberg und Klaus Lage. Und als in der Zugabe auch noch der unvermeidliche Running Gag „Howie“ Carpendale sich die Ehre gibt, da steppt im Saal der Bär. Was aber die „Köpfe“ vor allem auszeichnet, ist neben dem spürbaren Spaß an dem, was sie da machen, der wirklich hervorragende Gesang, der ganze Bands und Orchester ersetzt – und das in durchweg sehr guten Arrangements. Am ende setzen sie einen sechsstimmigen englischen Song, der allen Schauer über den Rücken jagt. Das war wohl das definitiv letzte Konzert der sechs Jungs aus dem Osnabrücker Land im Lingener Theater? Sie lassen diese Frage ohne Antwort – die nach einem Comeback! Das ist auch gut so. Man soll abtreten, wenn man am besten ist, aber man soll seinem Publikum auch die Chance zum Träumen lassen.

12.01.2010: Grafschafter Nachrichten

Vokalkünstler sorgen zwei Mal für volles Haus
Cale Copf Company begeisterte
Von Albrecht Dennemann 
Schüttorf  – Feierabend“ lautet der Titel des Programms,
das die A-Cappella-Gruppe „Cale Copf Company“
am Sonnabend und Sonntag im Theater der Obergrafschaft
präsentierten. Zum wiederholten
Male hatte sich der Verkehrs- und Kulturverein
Schüttorf (VKV) die Vokalkünstler eingeladen.
Seit Jahren feiern die Sänger immer wieder Erfolge
in Schüttorf vor ausverkauftem Haus.
In diesem Jahr war jedoch alles anders:
Es ist das Abschiedsprogramm der Gesangs-Comedy-Truppe,
und deshalb reichte ein Termin nicht aus.
Zu viele Fans wollten sie noch einmal sehen und hören,
und so hatte sich der VKV dazu entschlossen,
einen Zusatztermin anzubieten.
Beide Termine waren flugs ausverkauft,
und so konnten die Verantwortlichen
für beide Tage zusammen rund 700 Besucher verbuchen.
ach dem Intro versuchte sich einer der Protagonisten
an der Herleitung des Begriffs „Feierabend“.
Wer ihn googelt, stößt zunächst auf ein wenig
attraktives Bild: Es erscheinen Seiten von Altersheimen,
und dort sehen die Sänger sich offenbar noch lange nicht.
Nach 19 Jahren soll jedoch das
Zusammensingen ein Ende finden. Jeder Vokalist geht
einem geregelten Beruf nach,
zusammen bestreiten sie rund 100 Konzerte pro Jahr
– dass dabei private Belange
auf der Strecke bleiben können, liegt auf der Hand.
eben dem hervorragend vorgetragenen und aufeinander
bestens abgestimmten Gesang
präsentierten sich „CCC“ am Wochenende auch wieder
von ihrer spaßigen Seite.
Moderationen, Sketsche und humoristische Einfälle
trieben das Publikum von Lachsalve
zu Lachsalve. Nicht konsequent unter der Gürtellinie
– aber Gags, die sich nah am Zotigen
bewegten, begeisterten das Publikum.
Zuhörer und Sänger hatten sich schnell aufeinander
eingeschossen und feierten eine Abschiedsvorstellung,
wie sie besser nicht hätte sein können. Persiflagen von
Udo Lindenberg bis Howard Carpendale und Heintje
wurden geschickt mit musikalischen Themen gemischt.
„Neue Deutsche Welle“, Krimi-Melodien
und Rock-Klassiker belegten die Sänger mal mit politisch
angehauchten Texten, mal mit komödiantischen
Neufassungen. Politisch blieben sie eher an der
Oberfläche und spöttelten ein wenig in Stammtisch-Manier.
Ob sie nun wirklich endgültig die Stimmgabel an den Haken hängen?
Man weiß es nicht, denn mit einigen Anspielungen
nährten sie die Hoffnungen auf ein Revival.
„Standing Ovations“ gab es zum Ende, und auch
zwei Zugaben. Dann war Schluss.

11.06.2009: Blickpunkt

Feierabend – Wir gehen in Rente
Cale Copf Company auf der ausverkauften Waldbühne gefeiert

Koster Oesede
Nicht, dass es die Fans wirklich glauben, aber man kann ja nie wissen:
Die sechs CaleCöpfe haben angekündigt, dass das Programm
“Feierabend” ihr letztes sein wird. “Man soll gehen, wenn es am
Schönsten ist”, heißt es zum Schluss des neuen CaleCopfCompany
Programms, mit dem Ali Sieckmann, Andreas Strotmann-Ruhe,
 Jörg Hilpert, Markus Weber, Michael Wolf und Ulli Pommer seit
Januar und wohl noch eine ganze Weile über die Bühnen der
näheren und weiteren Umgebung touren. So auch am 3. und am 4. Juni
auf der ausverkauften Waldbühne Kloster Oesede.
Es war zwar lausig (schafs-) kalt, aber die sechs A-cappella-Musiker
aus Hagen wissen ihrem Publikum, dass sich mit warmen Jacken
und Decken zünftig gerüstet hat, gehörig einzuheizen.
Und das das Wetter im Nordwesten “meistens Scheiße” ist,
besingen die CaleCöpfe gleich bei ihrem ersten Song,
indem sie darüber nachdenken, wie man seinen Feierabend
oder Lebensabend sinnvoll gestaltet.
Google Stichworte zum Thema “Arthritis, Prostata und
zu hoher Blutdruck” lösen verständlicherweise keine Begeisterung
aus: “So hab ich mir das nicht vorgestellt” – doch das Publikum,
das offensichtlich ganz ähnliche Erfahrungen mit den Themen
Wetter und Gesundheit hat, ist gewonnen.
Der Abend kann beginnen. Und so geht es Schlag auf Schlag:
Ein einfallsreiches, virtuoses und unterhaltsames Hopping durch
die verschiedenen Stile der jüngeren (POP)Musikgeschichte
sowie die Höhen, Tiefen und – ja, auch – Untiefen des Humors
nimmt seinen ungebremmsten Lauf. Zwar wollen die CaleCöpfe
das Programm nicht als eine abschließende Reflektion ihres Schaffens
verstanden wissen, wie sie auf ihrer Homepage mitteilen:
Eine Art “Best of” wird es nicht geben, dennoch reiht sich ein
musikalischer Höhepunkt an den nächsten, wechseln sich
A-cappella-Gesang, Comedy und Performance in bestens
abgestimmter Mixtur ab: Das beginnt mit dem “kleinen grünen Kaktus”,
der – wer hat’s erraten? – nach der Melodie von
“Rote Lippen soll man küssen” daher kommt, gefolgt von einem
kleinen armen “Gigolo” und Rudi Schurikes “Capri Fischer”
aus den 50 Jahren, das macht vor Schnulzen von Howard
“Howie” Carpendale oder Heintjes “Mama” nicht Halt, lässt aber auch
Deutschrocker Udo Lindenberg und Klaus Lage nicht aus.
Auf Lages “1000 x berührt” textet Markus Weber einen
witzig-ernsten Rückblick auf das Schaffen der Gruppe:
“1000 x gesingt, manchmal hat es nicht geklingt”,
der zudem einen gewissen Einblick in das Gefühlsleben
der Sänger erlaubt: “Wir sind als Boygroup viel zu alt,
das jetzt Feierabend ist, das lässt uns nicht kalt”.
Bevor jedoch Rührung aufkommen könnte, wenden sich
die Sänger der neuen deutschen Welle der 80er Jahre zu
und geben “Major Ede” Stoiber, der CSU und Europa in
einem sich dem politischen Kabarett annähernden Song
ihr Fett, was vom Publikum mit besonders viel Beifall honoriert wird.
Mit einer perfekten Stilkopie des Deep Purple Titels
“Smoke on the water”, in der sich besonders Ali Sieckmann
und Andreas Strotmann als Rocksänger verausgaben,
wird das Publikum in die Pause entlassen.
Als es nach einer knappen halben Stunde weitergeht,
steht schon der Mond am Himmel – was dem absolut genialen
Krimimedley aus den TV Melodien von Mission Impossible,
Kommissar, Derrik, Tatort und James Bond einen besonderen Kick gibt.
Die a-cappella Sänger imitieren mit ihren Stimmen die Musikinstrumente
- ein musikalischer Höhepunkt. Auch als Robbie Williams Coverband
machen die sechs mit dem Titel “She’s the one” unterwandert von
einem rhythmischen “Take-That” Gemurmel im background.
 - eine wirklich gute Figur”. Nach einer die Lachmuskeln
strapazierenden Comedy-Einlage über eine 14-tägige
Power-Wellness-Kur “in Holte Stukenbrock” wechseln die CCC
wieder einmal das musikalische Metier und präsentieren erstmals
“dunkelsten Rap aus den Straßenschluchten von Melle”, einen Abriss
der Bandgeschichte im Sprechgesang: den Anfängen im kleinen
Kreis 1991 folgte eine unerwartete Karriere – “in einem Monat
13 mal Hagen gerockt”-, der NDR rief an, Tourneen bis zu den
ostfriesischen Inseln, fünf abendfüllende Programme, und, und, und.”
Nur eines hatten wir uns anders vorgestellt, mehr Groupies und mehr Geld”
Das ist nicht wirklich ernst gemeint, wohl aber der Dank an
das treue Publikum, das seine CaleCöpfe mit stehenden Ovationen feiert.
Da tröstet eine Zeile im letzten Stück, das die Frage nach einem
Comeback offen lässt: “Ooooch na ja, warum, vielleicht,
es könnt ja geh’n, man hat’s an Carpendale geseh’n.”
Und auf jeden Fall gibt es noch viele Feierabendtermine.

Pep

01.03.2009: Interview ON am Sonntag

Rote Karte von unseren Frauen für das Outfit

Osnabrück. – Osnabrück – Sie füllen die größten Arenen der Region. Sie sind ein Phänomen. Bodenständig und sympathisch. Viermal füllen sie in diesen Tagen allein die Osnabrückhalle, der angekündigte Rücktritt mobilisiert die Massen erst recht. Die Cale Copf Company denkt ans Aufhören. Die Vorbereitungen des wohl letzten neuen Programms laufen auf vollen Touren.

Ali, Andreas, Jörg, Markus, Michael und Ulli arbeiten bereits seit einem Jahr an diesem Projekt. Man könnte meinen, das neue Programm „Feierabend” stehe für eine abschließende Reflektion des Schaffens der Gruppe, aber eine Art „Best of” wird es nicht geben. Viele berühmte Persönlichkeiten, Stars und Sternchen treffen auch dieses Mal zum Stelldichein für einen vergnüglichen Abend aufeinander. Robbie Williams Comeback darf ebenso gefeiert werden wie das eines in vergangenen CCC-Konzerten gern gesehenen Sängers aus dem südafrikanischen Durban. Ein Hauch Rockmusik der Gruppe „Tiefes Purpur” wechselt sich mit einem Schmachtfetzen von Erhard Rudolf Hans (Rudi) Schuricke ab. Dunkelster RAP aus den Straßenschluchten der Stadt Melle begegnet schrillster „Neuer Deutschen Welle”. Für die beiden Billys holt Harry schon mal den Wagen… Und auf die Fragen von ON-Redakteur Werner Hülsmann fiel den reifen Sängerknaben auch jede Menge ein. Zugaben? Die Abschiedstournee für „Ali” Sieckmann (52), Andreas Strotmann-Ruhe (48), Michael Wolf (53), Markus Weber (44), Jörg Hilpert (41) und Ulli Pommer (48) wird jedenfalls verdammt lang.

 „Gut’n Tach”, meine Herren! Sechs unglaubliche Stimmen eilten von Hagen a.T.W. in einem immer rasanteren Radius zu „Welterfolgen”. Das neues Programm „Feierabend!” soll nach Verrichtung fröhlich in die Tat umgesetzt werden – wie fühlt sich das denn so an?
Markus:
Tja, frag’ mich in zwei Jahren noch mal! Oder in fünf Jahren, bei unserem Comeback.
Michael: Die Vorverkaufszahlen sprengen ja alles bisher Dagewesene. Allein die Osnabrückhalle ist viermal ausverkauft! Da frag ich mich manchmal schon, warum wir eigentlich aufhören – zumal der Spaß am neuen Programm riesig ist.
Jörg: Total gut. Endlich vor Publikum und nicht nur im „Probenkeller”.
Andreas: Ich muss sagen, dass wir in so kurzer Zeit – vom September bis Januar – noch nie so viel geprobt haben. Fast jede Woche zwei Proben plus Konzerte plus zig Intensivtage in Saerbeck. Aber das Schönste daran ist, dass wir dadurch total relaxt die Premiere angegangen sind. Einziges Problem war unser eigens in der Stadt ausgesuchtes Bühnen-Outfit – topschrille und todschicke Hemden auf der modische Überholspur. Wir bekamen dafür von unseren Frauen die Rote Karte, und mussten dringend umdisponieren, um Theater zu Hause zu vermeiden.
Ulli: Wir haben das neue Programm bereits sechsmal aufgeführt, und der Erfolg war umwerfend. Ich glaube, wir liegen mit unserer Musikauswahl und den dazu gehörenden Gags wieder mal goldrichtig. So wirklich an den richtigen „Feierabend” kann ich jetzt noch nicht denken.
Ali: Endlich ist es soweit – großartig. Wir haben irre viel gearbeitet und sind froh, dass der Knoten jetzt geplatzt ist.

Wie haben die Fans auf die Feierabend-Botschaft reagiert – mit panikartigen Kartenkäufen, Tränen oder Demonstrationen?
Ulli: Es war schon ein Knaller, auf der Titelseite der NOZ zu stehen. Zumal die Lesenden besagten Artikels gar nicht bis zu Ende gelesen haben. Es prasselte nur so auf uns ein mit Fragen wie z. B.: „Wann und wo ist denn dieses Abschlusskonzert?” Dass wir in Vorbereitung der Feierabend-Tour waren, haben unsere Fans erst einmal nicht begriffen.
Ali: Ich bin echt überwältigt, wie viele Karten schon verkauft wurden. Die Fans haben großes Vertrauen in uns. Einige können mit der Feierabendgeschichte nicht so gut umgehen und sind sehr traurig, haben dennoch viel Verständnis.
Markus: Trifft alles zu – letzterer Punkt allerdings beschränkte sich auf die Demonstration von Desinteresse bei den Leuten, die immer sagen: „Ach ja, soll ja toll sein, ich wollte euch auch immer schon mal sehen, hab’s aber bisher nie geschafft.” Haha!
Andreas: Ich hätte jetzt Bock auf ein Stück Kuchen…
Michael: Bei den bisherigen Konzerten des neuen Programms hatten wirklich einige Leute Tränen in den Augen, und viele bedankten sich für den Spaß, den sie durch uns in den letzten Jahren hatten. Letzteres beruht allerdings auf Gegenseitigkeit.
Jörg: Unsere Fans sind einfach super! Ich glaube, die Vorfreude auf unser neues Programm ist bei unseren Fans genau so groß wie bei uns.

Okay – bis 2011 geht’s ja wohl weiter. Der Blick auf den Tourplan ist ja sensationell. In einigen später eroberten Städten wird noch das zweite Programm gespielt – Kundenservice total?
Michael: Genau. Vielleicht dauert’s dann noch bis 2012!
Ali: 2011 ist für mich ein bedeutendes Jahr, denn dann gibt es die CCC 20 Jahre. Genug Grund für ein großes Abschiedsevent. Manchmal ist es schon verwirrend bei den fünf Programmen, die mal so eben abgerufen werden sollen. Bislang hat’s Gott sei Dank hingehauen.
Ulli: Wir haben fünf unterschiedliche Konzertprogramme, welche wir ohne großen Vorbereitungsaufwand aktuell aus der Schublade ziehen können. Festzustellen ist immer wieder, dass uns auch ein vermeintlich altes Programm wie „Achdieschonwieder” von 1995 in neuen Auftrittsorten Riesenspaß bereitet. Die Musik ist zeitlos, kommt bei neu erobertem Publikum genauso gut an wie hier vielleicht vor 10 Jahren. Die Gags werden aktualisiert, fertig.
Andreas: Was ist denn jetzt mit dem Kuchen?
Markus: Eindeutiges Jein! manche Kunden haben Vorstellungen – das kann man sich gar nicht vorstellen! In der Tat sollen aber auch die Spät-Städte die Möglichkeit haben, unsere gesamte Bandbreite kennen zu lernen. Ein comedy-kulturbegeisterter Amtsleiter oder Vereinsvorsitz kann uns so vier Jahre nacheinander seinem Zielpublikum anbieten, ohne dass wir zur „Wiederholung” werden. Außerdem meinen wir nicht, dass das neueste Programm auch das Beste ist – alle Programme von uns sind gut!
Jörg: Ja. Meiner Meinung nach unterscheiden wir uns von anderen Gruppen gerade dadurch, dass wir mittlerweile fünf verschiedene Programme anbieten können. Für jeden Geschmack ist sicherlich etwas dabei.

Kein „Best of”, kein Aufwärmen alter Suppen – „Feierabend!” ist ein komplett neues Programm. Von „Tiefes Purpur” – „ Smoke on the water” ist ja garantiert die ultimative Nichtraucherschutz-Hymne – bis Heintje, von der Neuen Deutschen Welle bis zum „Krimi-Medley” ist alles drin… Wer erlebt denn wo seine besondere Sternstunde?
Ulli: Heintjes Mama! Das Solo singe ich zwar nicht, aber auf mein Drängen hin, nahmen wir diesen wunderbaren Song auf. Sicherlich einzigartig in der a-cappella-Szene, aber wer sonst als die CCC kann diesem Stück noch einmal die wohlverdiente Ehre erweisen. Na ja.
Ali: Ankündigungen neuer Programme sind für mich die Verpflichtung, etwas komplett Neues zu bieten. Wiederholungen mit zwei neuen Stücken versehen, als neues Programm zu verkaufen, finde ich lächerlich. Die Gegensätze der Stücke sind das, was mich begeistert. Die größte Herausforderung für mich besteht darin, beim „Caprifischer” als Leadsänger ernst und konzentriert zu bleiben, wo meine Mitsänger im Background den tollsten Quatsch produzieren.
Andreas: Ich bin einfach nur begeistert von meinen Mitsängern. Ich hätte nie gedacht, das wir alten Säcke so viel Choreographie auf die Beine stellen können. Quasi 400 Prozent mehr. Irgendwann kam in Saerbeck der Kick, und dann waren die Jungs nicht mehr zu bremsen. Ob Freestyle oder cabarettartiges Beineschwingen. Alles wurde ausprobiert. Applaus, Applaus!! Und ein Lieblingsstück habe ich nicht, aber ein Lieblingsprogramm. Jetzt darfste mal raten!
Markus: Schön, dass das auch mal lobend erwähnt wird, dass wir bisher jedes Programm tatsächlich immer komplett neu aufgestellt haben. Lieblingsstücke sind alle mit „eigenen” Texten und die mit „englischem” Originaltext. Das wären dann 95 Prozent des Programms. Michael: Ich finde, der RAP aus den dunklen Straßenschluchten von Melle schon ein richtig gutes Ding ist – kommt sofort hinter Howie!
Jörg: Eine besondere Sternstunde für mich ist der Eröffnungssong „Feierabend”. Ich habe ihn für uns komponiert und bin sehr gespannt darauf, wie er beim Publikum ankommt.

Eine typische Frage zum langen Abschied – was war denn bisher der unvergesslichste oder schrägste Moment in gut 17 Jahren Cale Copf Company?
Ulli: Die tollsten Momente waren immer wieder die Begegnungen mit anderen Kollegen: Lindenberg, Atze Schröder, Ingo Appelt, Carlo von Tiedemann, Bill Ramsey, Kai Ebel, um nur einige zu nennen. Der schrägste Moment war ein Gig in Bielefeld bei eine Handwerkergala: Wir hatten eine Umziehmöglichkeit in einer Dusche von 1 x 1 Meter Durchmesser. Unvergesslich: Wir waren beim Udo Jürgens-Medley im Konzert auf der Waldbühne Kloster Oesede mal so was von musikalisch raus, dass uns der Angstschweiß aus allen Poren schoss. Das Publikum meinte hinterher: „Was für ein toller Gag, war der neu?!!”
Ali: Wenn ich nur dran denke, dann krieg ich sofort einen Lachkrampf. Vor 13 Jahren sangen wir in Osnabrück auf einer Firmenveranstaltung. Wir hatten eine ganz enge Umkleide und waren alle bereit für den „Kriminal-Tango”. Hans Dammermann als Solist begann und rutschte sofort versehendlich in den Abschlussteil des Stückes. Wir standen gerade mal so auf der Bühne – da war’s schon vorbei, ca. 20 Sekunden, handgestoppt…
Markus: Schräg war ein Typ im Heckentheater Kattenvenne (!) bei einer Sonntags-Matineé, der uns völlig unmotiviert fragte: „Öi, kann ich nich’ ma’ bei euch mitsingen?!?!” Unvergesslich für mich der Moment, als ich irgendwann in den 90ern in der Stadthalle Osnabrück während des Programms von der Bühne aus den Bediensteten im Regieraum mehrfach angeschrien (!) habe, weil der Fernsehen guckte, statt endlich den Saal abzudunkeln. Er hat’s aber nicht gehört (unvorstellbar!), und mir ist mein Ausraster bis heute unangenehm. Ein bisschen.
Michael: Unvergessen bleibt auch ein Auftritt Mitte der 90iger in der Stadthalle zur Weiberfastnacht – wir wurden mit den Zurufen „Auszieh’n, Auszieh’n” begrüßt… Uns richtig zugehört hat wohl keine der anwesenden, närrisch alkoholisierten Damen.
Andreas: Torten… Wo gibt’s eigentlich noch ‘n richtiges Kännchen Kaffee dazu?
Jörg: Im Programm „Gut’n Tach” spielen wir ja eine Basketballnummer. Ich singe dabei das rhythmische Fundament. Bei einem Auftritt wusste ich plötzlich nicht mehr, wie das Rhythmuspattern geht. Ich fange an – ungefähr 3,5mal so schnell wie üblich. Ulli unterbricht mich. Nächster Versuch: Wieder verbockt. Stille im Publikum, Verwirrung – und auch wohl etwas Schadenfreude!? – auf der Bühne. Beim dritten Versuch hat es dann doch geklappt. Das war schräg!

Hinterm Lebenswerk geht’s weiter – Udo Lindenberg hat’s gerade vorgemacht. Mal spekulativ und verspielt, wie könnten denn eure „Solokarrieren” bzw. sonstigen Freizeitpläne aussehen?
Andreas: Ich denke mal, dass ich noch gar nicht weiß, was mich danach erwartet. Anders herum habe ich ja noch eine zweite Liebe neben der CCC, das ist die Freilichtbühne Kloster Oesede, an der ich seit 17 Jahren spiele. Ich glaube, da kommt so schnell keine Langeweile auf. Und außerdem, kann man sich ja auch mal einfach so an die Straße stellen und was singen, dass kann auch was bringen. (lacht) Hö, hö!
Markus: Extreme-Couching, und am Wochenende mal wieder Freunde sehen, und nicht immer nur diese Nasen hier…
Ulli: Sicherlich wird für mich auch weiterhin die Musik im Vordergrund stehen, allerdings nicht mehr so zeitintensiv. Pläne sind auf jeden Fall bereits vorhanden.
Ali: Da ich in den Jahren der CCC fast alle privaten Einladungen absagen musste, denke ich gibt es noch Nachholbedarf. Musikalisch gibt es so viele Möglichkeiten aktiv zu werden. Ich freu mich drauf.
Jörg: Ich möchte auf jeden Fall noch ein paar Jährchen als Sänger auf der Bühne aktiv bleiben. Schaun’ wir mal, was da kommt. Angebote?!
Michael: Ich denke, ich werde erst mal richtig Noten lernen, damit ich beim Comeback der CCC auch wieder mitsingen darf.

Ihr habt sogar Leute für Musik begeistert, die vorher wenig damit am Hut hatten oder lange auf „konzertantem Liebesentzug” lebten. Wie würdet ihr euer Publikum und diesen familiären Hype – das Phänomen CCC also – beschreiben?
Michael: Ich glaube, die Zuhörer honorieren einfach, dass wir auf dem Teppich geblieben sind. Immer wieder hört man Sätze wie „Das sind die Jungs von nebenan”, obwohl speziell ich mit 54 ja eigentlich aus dem Jung’salter schon länger raus bin.
Jörg: Einfach genial. Ich kann es gar nicht weiter beschreiben. Mir fehlen die Worte. Vielleicht nur ein Zitat aus einem unserer Songs: „Ohne euch wären wir jetzt nicht hier!”
Markus: (grinst) Haben wir Leute „für” Musik begeistert? Ich dachte bisher, wir hätten sie „mit” Musik und Comedy begeistert, oder zumindest halbwegs gut unterhalten. Lachen ist die beste Medizin – und bei der Rezeptur kommt’s eben auf die Mischung an. Lachen und Glücklichsein steht bei den Menschen auf der Beliebtheitsskala ganz oben, deswegen kommen auch Leute von 8 bis 80 zu uns.
Ulli: Ein großer Teil unseres Publikums hat unsere Konzerte bereits fünf- bis zehnmal oder öfter besucht. Es scheint keinerlei Verschleißerscheinungen in den vergangenen 17 Jahren zwischen Fans und der CCC gegeben zu haben. Ich betitele unser Publikum als „liebe, nette Wiederholungstäter”. Andreas: Kuchen für alle!
Ali: Unterhaltung mit dem Anspruch sich bis an seine Grenzen zu fordern, führt glaube ich immer zum Erfolg. Der glückliche Zufall, dass sich zum Gesang auch noch die Comedy gesellte, ist grandios.

Das Musikgeschäft hat ja Gesetze, Jubiläen und Comebacks funktionieren nicht nur bei den Eagles, AC/DC oder den Stones. Meine Prognose: Im Jahr 2016 oder 2017 – je nach persönlicher Zeitrechnung – kommt unter dem Titel „Wieder da und gleich wiedererkannt” die große Reunion-Tour?
Ulli: Ich glaube, die „Rollato(u)r der CCC” wird es nicht geben.
Markus: Sicher. Nicht. Ausgeschlossen. Dass…
Ali: Wenn sich für mich das Leben ohne CCC nicht mehr leben lässt…Vielleicht ruf ich dann: Helft mir…
Andreas: Niemals geht man so ganz. Ich geh jetzt zum Bäcker. Basta.
Michael: Eine Zeile in unserem letzten Stück beantwortet die Fragen nach einem Comeback vielleicht: „Ooooch na ja, warum, vielleicht, es könnt ja geh’n, man hat’s an Carpendale geseh’n!”
Jörg: Sag niemals nie.

18.09.2008: Bramscher Nachrichten

Zwischen Zahnarzt und Billigjeans

von Ludger Rehm

Wir werden sie noch eine Weile haben. Allen Abschiedsängsten zum trotz:
die CCCs wird es noch wenigstens zwei Jahre geben. Ab 2009 wird ein neues
Programm aufgelegt, mit dem zwei Jahre lang munter durch die Lande getourt
wird: „Feierabend“. Ob es wie angekündigt das definitiv letzte sein wird,
möchte man bezweifeln.

Vor wenigen Jahren noch vermeldete Frontman Michael Wolf:
„Aufhören mit 65 oder 70 wäre viel zu früh – guck dir Johannes Heesters an:
Ich werde auch 100 Jahre alt!“ Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln,
auch wenn unverändert von einer Abschiedstournee die Rede ist.
Am Dienstagabend standen die sechs Kehlköpfe wieder einmal auf der Bühne
des restlos ausverkauften Universum-Kinosaals. Noch ein Jubiläumsgeschenk,
das der Universum e.V. seinen treuen Zuschauern und Zuhörern macht.
Und was für eins. Als die CCC sich kurz vor elf Uhr mit dem Rock ’n’ Roll
„Barbara Ann“ durch die Gassen des Saals zum CD-Verkaufstresen durchrockten,
tobte der Saal und gab Standing Ovations.

Was macht diese Formation so einzigartig? Da stehen ein Friedhofsgärtner,
ein in die Jahre gekommener Lehrer, ein schnöder Verwaltungsleiter,
ein Software- und ein Treckerspezialist und, man höre und staune,
ein Textilkaufmann auf der Bühne, singen ein bisschen, machen Faxen und Comedy,
und das Publikum rastet aus. Es ist diese einzigartige Mischung aus Hobby
und Professionalität. Die CCC hat es tatsächlich geschafft, sich die Frische,
die Hemdsärmeligkeit, die Spontaneität und Impulsivität der Gründungsjahre
zu erhalten, bei stetiger musikalischer und komödiantischer Perfektionierung
und Professionalisierung sowie bei immer wieder erfrischendem und authentischem
Kontakt zum Publikum.
„Es ist ein tolles Gefühl, anderen Menschen Spaß zu bereiten und selbst Spaß dabei zu haben“,
sagt Markus Weber, und das könnte das Lebensmotto der CCC sein.

In Bramsche lassen sie in bekannter Manier die Größen des Showbusiness
von den Toten auferstehen. Da ist die vollbusige „Mumie“ Sarah Leander,
der Tausendsassa Udo Jürgens, der sich ständig in den Schritt seiner „Billigjeans“
greifende Michael Jackson, der mit Kuscheltieren beworfene Robbie Williams,
Elton Johns Titelsong zum Musical „König der Löwen“ und natürlich
die schwarze Lady (mit Zahnschmerzen) der Rockformation Uriah Heep sowie
last not least charming Howard Carpendale. Ach, und da gab es ja auch noch
die Sailors mit ihren massenhaften Girls und die Super-Ostfriesen-Soul-Band
„Hein und seine Bruhnsbüttel“, die als „erster singender Komposthaufen Deutschlands“
– und als ehemalige Vorband von ABBA – S.O.S. intonierten.
Musikalischer Höhepunkt dürfte das mit komplizierten polyrhythmischen Pattern
ausgearbeitete Golden-Earring-Arrangement „Radar Love“ gewesen sein: Kompliment!

Und immer hält die CCC die Balance zwischen Music, Comedy, Performance,
zwischen Slapstik und A-cappella-Gesang, nie wird es platt, nie wird es trivial,
nie wird es langweilig. Das ist schon eine hohe Kunst der musikalischen Unterhaltung.
Die Cale Copf Companie präsentiert sich als gereifte Boy-Group, die sich ein breites,
einfallsreiches, virtuoses und unterhaltsames Repertoire erarbeitet hat,
dem in jedem Fall genug Power und Esprit für weitere achtzehn Jahre zu wünschen wäre. Oder?

20.06.2006: Nordwest-Zeitung

Kirche ins Schwingen gebracht

KIRCHENJUBILÄUM – Konzert der Cale Copf Company begeistert das Publikum

Von Anni Knipper

GEHLENBERG – „Nichts ist unmöglich – dank Lohe“, sang die Cale Copf Company (CCC) in der voll besetzten Gehlenberger Pfarrkirche St. Prosper zum Auftakt der Jubiläumswoche. Niemand hätte es wohl bislang für möglich gehalten, dass laute Jubelrufe und die Forderung nach Zugaben je in dem Gotteshaus zu hören sein würden.

Dieses phantastische und für Gehlenberg ganz besondere Konzert zauberte eine fröhliche Stimmung in die Kirche. Ein Sänger der CCC brachte es auf den Punkt: „Ich finde es sehr tolerant und sehr nett, dass wir im Kirchenraum ein solches Programm aufführen durften. Ich bin sicher, der liebe Gott hat nichts dagegen, wenn wir uns gegenseitig ein wenig Spaß bereiten.“ Spaß hatten die Zuhörer bei dieser Mischung aus Comedy, witziger Show und genialem Gesang an Liedern von Abba bis Zarah Leander. Die aus sechs brillanten Sängern bestehende A-cappella-Formation begeisterte mit eigenen Texten zu bekannten Melodien verschiedener Musikrichtungen. Stücke wie „Mit 66 Euro“ und „Ich war noch niemals bei McDoof“ von Udo Jürgens oder „Back for good“ wurden in parodistischer Form angekündigt und präsentiert. Bei „Hello again“ hatten die Zuhörer das Gefühl, „Howie“ persönlich stünde auf der Bühne.

Einige Damen konnten sich seinem Charme kaum widersetzen, insbesondere als er plötzlich über die Bänke kletterte und sich ihnen näherte. Aus dem Welthit S.O.S. von Abba etwa wurde der „Super Ostfriesen-Soul“ der imaginären Gruppe „Hein Bruns und seine Büddels“.

Das stimmliche Schlagzeugsolo von „Radar Love“ war genauso faszinierend wie der „Zahnarztbesuch“ zum Oldie „Lady in black“. Aber auch klasssische Darbietungen wie ein Medley aus Musical-Melodien ergänzten das mehr als zweistündige Programm.

Einen Höhepunkt stellte die musikalisch anspruchsvolle Umsetzung des Titelsongs aus dem „König der Löwen“ dar, die bei so manchem Zuhörer eine Gänsehaut verursachte. Die Gruppe schaffte es, das Publikum mitzureißen und zum Mitmachen zu animieren. Erst nach mehreren Zugaben unter minutenlangen Standing Ovations durfte die Cale Copf Company die Kirche verlassen.

Pastor Heiner Lohe wertete anschließend das Konzert als vollen Erfolg. Bei den Vorbereitungen zum Jubiläumsfest sei ein Highlight geplant gewesen, von dem man in zehn Jahren noch spricht. Das sei hier gelungen, äußerte er sich begeistert und beeindruckt davon, wie die Sänger die Kirche zum Schwingen brachten. Scherzhaft fügte er hinzu: „So einen Applaus wünsche ich mir auch manchmal im Gottesdienst.“

07.05.2006: Westfälische Nachrichten

Ein bisschen verrückt und unheimlich sympatisch

Von Axel Engels

Telgte – Die sechs Herren der Cale Copf Company brachten am Freitag- und Samstagabend den Saal des Bürgerhauses zum Beben. Zahlreiche Fans des A-Capella-Gesangs ließen sich dieses doppelte Ereignis zum Ausklang der städtischen Kultursaison nicht entgehen. Schließlich ist die Cale Copf Company seit über 13 Jahren Garant für gute Unterhaltung mit ihrer exzellenten Musik und der mitreißenden Bühnenshow.
Mit dem Programm Gutn Tach verwöhnte sie ihre Fans von der ersten Minute an. Dabei ist ihr Konzept eigentlich simpel. Man nehme sechs Männer, die unheimlich Spaß am Gesang haben. Gebe ihren Stimmbändern diverse Ohrwürmer zum Verarbeiten, unterlege das Ganze mit humoristischen Texten. Dazu kommt eine riesige Prise ausgefeilter Mimik und Gestik, und gewürzt ist das Ganze mit einem Mix aus Individualität, Komödiantentum, und Spontaneität. Und natürlich müssen die ausgefeilten Arrangements perfekt umgesetzt werden, schließlich soll bei aller Hemdsärmeligkeit die Musik auf hohem Niveau erklingen.

Da wird dann Alfons Sieckmann zur prallen Pommesschönheit Marianne, Uli Pommer zum kettenbehängten Obermacho Patrick Schweißy und zu Melodien aus Dirty Harry legen sie einen perfekt sinnlichen Tanz aufs Parkett. Und auch Dich zu schieben von Roland Heiser vergisst man nicht so schnell. Zwischen Fanpost und gegenseitiger Neckerei gibt es ein Pottpüree von Elton John, besucht Stevie Wonder Telgte und offenbart seine geheime Leidenschaft bei Music was my first love. Mit sportlichem Esprit gehen die Herren über zur Fitness-Übung mit Bällen, die an Stocks erinnernd jedem Freizeitstudio Konkurrenz machen könnte. Für die CCC ist eben der Ball nicht nur rund, sondern er eignet sich auch wunderbar zum rhythmischen Austoben. Mit einem teils bitterböse textlich untermauerten Medley Ich war noch niemals bei McDoof à la Udo Jürgens schloss der erste fulminante Streich, worauf im zweiten sich die Herren noch steigerten.
Wer die rote LP Odessa von den Bee Gees im heimischen Plattenschrank hat, weiß die Kostbarkeiten sicherlich noch mehr zu schätzen, die die Cale Copf Company in ihrer lockeren Art präsentierte. Und musikalisch waren die Melodien von Andrew Lloyd Webber sicherlich ein Hochgenuss, man kann die vielen Probenstunden dieses Parts bei solcher Perfektion nur erahnen. Mit welcher Liebe zum Detail am Ende Michael Wolf mit Perücke und Armbändchen bewehrt zum Hau-ab-Howie Carpendale mutiert, muss man einfach erlebt haben. Für das Publikum waren diese zwei Abende mit Zugaben wie Radar love ein mit amüsantem Slapstick und feinsinnigem Klamauk arrangiertes Menü, das selbst bei wiederholtem Genuss keine bleibenden Schäden hinterlässt. Denn auch die Hände erholen sich irgendwann vom kräftigen Applaudieren.

 

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